Die Schutzfaktoren des Herzens

Statt von koronarer Herzerkrankung, KHK, spreche ich von einer ganzheitlichen Herzerkrankung, der GHK. Das Konzept von der koronaren Herzkrankheit ist gescheitert und  muss von einer Sichtweise abgelöst werden, die den ganzen Menschen im Auge hat. Andernfalls findet die Behandlung der Herzpatienten niemals aus der Sackgasse heraus, in der sie steckt.

Im letzten Abschnitt haben wir uns ausführlich mit dem vegetativen Nervensystem beschäftigt. Im Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus kommt einer Schwächung des parasympathischen Pols ein entscheidender Stellenwert in der Entstehung eines Herzinfarkts zu. Demgegenüber ist ein kräftiger Parasympathikus ein wichtiger und starker Schutzfaktor für das Herz.

Ein ganzheitlicher Ansatz geht jedoch über die Betrachtung des vegetativen Nervensystems hinaus, denn es gibt eine ganze Reihe weiterer Faktoren zum Schutz des Herzens. Es handelt sich um bestimmte Hormone, Vitamine und andere Signalstoffe, die in den Herzmuskelzellen ähnliche Schutzmechanismen aktivieren, wie der Parasympathikus. Von denen möchte ich Ihnen einige vorstellen. …….

Was bewirken die genannten kardialen Schutzfaktoren? … Ihr Zusammenspiel fördert die Durchblutung des Herzens, senkt den Blutdruck und entlastet das Herz. … Sie schützen das Herz auf vielfältige Weise, vor allem gegen Übersäuerung.

Diese Schutzfaktoren des Herzens sind eng mit unseren Emotionen und sozialen Aktivitäten verbunden. … Die parasympathischen Nervenimpulse, das Hormon Oxitocin, Vitamin D und weitere Signalstoffe bilden im Zusammenspiel mit einem lebendigen Gefühls- und Beziehungsleben einen umfassenden Komplex zum Schutz des Herzens. Gelebte Gefühle, soziale Einbindung oder auch Liebesimpulse sind starke Schutzfaktoren des Herzens.

Unser Alltagsleben, alles, was wir tun und lassen, beeinflusst diesen Komplex zum Schutz des Herzens. Wie wir uns ernähren, ob wir bewegungsfreudig sind oder vorzugsweise herumsitzen, ob wir rauchen, zu wenig Schlaf bekommen und auch die Umweltbelastungen, auf alles reagiert das Ensemble der kardialen Schutzfaktoren. Stickoxide, Feinstaub und Ackergifte schwächen und blockieren die Schutzfaktoren des Herzens. …..

Ein Infarkt droht dann, wenn die Lebensentwicklung die Gesamtheit der Schutzfaktoren weitgehend ausgedünnt oder blockiert hat. Dann braucht es in der Regel nur noch einen Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, ein schmerzhaftes Ereignis, das „ans Herz geht“. Wenn die damit verbundenen seelischen Verletzungen massiv weggedrückt werden, kann das Gefüge der ganzheitlichen Schutzfaktoren vollkommen einstürzen und es kommt zu einer massiven Übersäuerung des Herzmuskels. Dann treten Herzanfälle auf, die sich zum Infarkt auswachsen können.