Hilft die Bypass-OP am Herzen?

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Die wichtigsten kontrollierten Studien zur Wirksamkeit der koronaren Bypass-OP stammen aus den Achtzigerjahren und haben nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Damals wurde in drei großen und mehreren kleinen Untersuchungen der Effekt einer Bypass-OP im Vergleich zu einer rein medikamentösen Behandlung untersucht. Die Bilanz war vernichtend: Dieser Eingriff an den Kranzgefäßen verhindert keinen einzigen Herzinfarkt. Von den sieben bedeutendsten Studien kamen sechs zu dem Ergebnis, dass die Bypass-OP nicht in der Lage ist, das Leben der Patienten zu verlängern (65).

Danach war erst einmal für längere Zeit Funkstille. 2004 sorgte eine Studie aus der Mayo Klinik in Zusammenarbeit mit dem Herzzentrum der Universität in Sao Paulo noch einmal kurzfristig für Aufregung (76). Es hatte sich erneut gezeigt, dass im Vergleich mit einer rein medikamentösen Behandlung weder Katheter plus Stents noch die Bypass-OP in der Lage sind, den Patienten effektiv zu helfen.

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Die Bypass-OP am Herzen war angetreten, um Herzinfarkte zu verhüten, indem Kranzgefäßverschlüsse mithilfe von eingepflanzten gesunden, durchgängigen Adern umgangen werden. Dieses Ziel wird verfehlt, die Bypass-OP wirkt nicht infarkt-präventiv, durch sie wird kein Herzinfarkt verhindert. Das ist hinreichend bewiesen (87-92). Wenn das umfangreiche Gefäßnetz innerhalb des Herzmuskels zur Kenntnis genommen wird und die Fähigkeit unseres Herzens berücksichtigt wird, auf Gefäßverschlüsse mit zahllosen natürlichen Bypässen zu reagieren, dann wird deutlich, wie sinnlos es ist, diesen natürlichen Bypässen noch einen künstlichen hinzuzufügen. Vom Ansatz her ist die Bypass-OP am Herzen ein Irrweg, der in seinem zentralen Anliegen, vor einem Herzinfarkt zu schützen, scheitern muss.