Schadensbilanz beim Herzkatheter

Nach einer Statistik des Bundes von 2018 wurden in Deutschland im Jahr 2016 900.000 Herzkathetereingriffe durchgeführt, in knapp 400.000 Fällen wurde dabei mit Ballon und Stents behandelt (77). Wir sind „Weltmeister“ in dieser Disziplin. Nirgendwo auf der Welt werden im Verhältnis zur Einwohnerzahl so viele Kathetereingriffe durchgeführt wie bei uns.

Laut einer Statistik der AOK von 2013 (78) zeigte sich, dass es bei jedem sechsten therapeutischen Herzkatheter zu einer Komplikation oder einem qualitätsrelevanten Folgeeingriff kam. Größere Blutverluste, tiefe Beinvenenthrombosen, akutes Nierenversagen, Verletzungen der Gefäßwand durch den Herzkatheter traten bei 7,2 Prozent der Patienten auf. Das wären knapp 30.000 Patienten pro Jahr.

0,7 Prozent der Patienten verstarben innerhalb von 30 Tagen nach einem Kathetereingriff mit Ballon und Stent. Das wären pro Jahr knapp 3000 Menschen. Die 500.000 Patienten, bei denen der Katheter nur aus diagnostischen Gründen durchgeführt wird, sind in dieser AOK-Statistik nicht berücksichtigt. Man muss also gegenwärtig in unserem Land mit gut 3.000 „Katheter-Toten“ pro Jahr rechnen. Eine Zahl, die etwa so groß ist wie die Anzahl der Verkehrstoten in Deutschland. Diese Verkehrstoten sind im öffentlichen Bewusstsein präsent. Von den Todesfällen, die in Folge von Katheter-Untersuchungen auftreten, spricht niemand.

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